Der
seit dem 12. Jahrhundert entstandene Stamm der Brandenburger
ist vom Wandel der Zeiten nicht unberührt geblieben. Wenn
gewissermaßen an seiner Wiege die deutsch-slawische Symbiose
im Rahmen des hochmittelalterlichen Landesausbaues stand,
so kamen in späteren Entwicklungsphasen in wiederholten Schüben
Menschen anderer regionaler, auch anderer nationaler Herkunft
in die Mark Brandenburg und ließen sich hier auf Dauer nieder.
Von entscheidender Bedeutung für die Wanderungsbewegungen
und Migrationsströme sind die Anlässen, aus denen sie sich
ergeben, die Zwecke, die mit ihnen verfolgt werden, und die
Umstände, unter denen Neuankömmlinge und Alteingesessene ein
Auskommen miteinander finden. Unter solchen Gesichtspunkten
untersuchen sieben sozial- und mentalitätsgeschichtliche Beiträge
Veränderungen in der Bevölkerung Brandenburgs vom hohen Mittelalter
bis zum 20. Jahrhundert und fragen dabei vor allem nach den
Bedingungen für das Zusammenleben von Einheimischen und Zuwanderern.